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WordPress vs Drupal für Einsteiger – meine Erfahrungen mit beiden Systemen

Es geht hier um den Vergleich für Anfänger und die besten Einsatzmöglichkeiten der zwei beliebten CMS-Systeme Drupal und WordPress. Ich habe mit beiden Systemen mehrere Jahre gearbeitet und möchte gerne von meinen Erfahrungen für den Einsatz von Webseiten, Communites oder Blogs berichten.

Um Webseiten effektiv und flexibel zu gestalten, werden heute gerne CMS-Systeme eingesetzt. Das mühsame HTML eintippen im Editor gehört seitdem mehr oder weniger der Vergangenheit an. Auch ich habe meinen alten HTML-Editor schon vor langer Zeit in der Mottenkiste verschwinden lassen.

Wordpress CMSDie Vorteile von einem Datenbank gesteuerten System sind einfach zu groß. Ich kann als Anwender viel effektiver und schneller damit arbeiten im Alltag.

Die Open-Source Idee hinter den beiden Systemen hat die Entwicklung explodieren lassen.

Warum? Viele Entwickler arbeiten Weltweit, gleichzeitig bei einen Open-Source System zusammen. Die Geschwindigkeit der Weiterentwicklung und die Masse an Output kann ein einzelnes Unternehmen nicht mehr leisten.

Da es vom Konsumenten auch kostenlos benutzt werden kann, steigt die Verbreitung immer weiter und sehr rasant an. WordPress ist inzwischen Weltweit das am meisten benutzte CMS-System. Laut W3Tech haben über 25% aller Webseiten auf der Welt WordPress als Basis installiert.

Unter allen CMS-Systemen bildet WordPress als Marktführer die einsame spitze mit über 60%, wobei Drupal und Joomla knapp über 5% Anteil liegen.
Damit allein ist der Gewinner jetzt aber noch nicht festgestellt. Schließlich setzt sich auch nicht immer das beste System durch oder?

Ich möchte gleich an dieser Stelle feststellen, dass es auf die Art der Anwendung ankommt. Man kann fast alles mit beiden Systemen erreichen. Doch es kann lange nicht jeder mit diesen Systemen umgehen, auch wenn alles sehr einfach geworden ist mit der Zeit. Nach meiner Erfahrung kann ich schon sagen, dass alle CMS-Systeme immer einfacher werden und einem immer mehr Arbeit abnehmen, wenn Sie nicht zu klobig und unübersichtlich werden.

Die Installation von WordPress oder Drupal

Viele Anfänger lassen sich hier, zu unrecht, schon abschrecken. Es ist schon ein paar Jahre her, wo man ein Systemadministrator sein musste, um ein CMS-System zu installieren.
Heute kann wirklich jeder beide Systeme installieren oder automatisch installieren lassen.

Was einige nicht wissen, ist das sich WordPress oder auch Drupal mit einem klick bei Ihrem Provider installieren lassen. Mir fallen kaum noch Anbieter ein, welche keine kostenlose Installation im Programm haben und die installieren das System inzwischen auch sauber. Zum Anfang gab es hier und dort Probleme, welche sich aber auch in Foren noch hartnäckig halten, aber schon längst aus dem Weg geräumt sind. Bitte einfach keine Angst vor der Installation als Anfänger mehr haben – einfach machen!

Aber auch wenn es keine „Click and Build“ Anwendung gibt, so lassen sich beide Systeme einfach installieren. Es dauert bei technischer Begeisterung gerade einmal 30 Minuten.

Ich möchte hier auch keinem System einen großen Vor- oder Nachteil anrechnen.

Die erste Webseite erstellen

Hier kommt es vor allem darauf an, was wir für eine Art von Webseite haben möchten. Soll es z.B. ein Blog, eine Community oder eine Firmenwebseite sein?

Der Blog:

Bei einem Blog würde ich ganz klar WordPress wählen. Hier ist alles schon vorbereitet und man kann mit dem richtigen Theme praktisch sofort loslegen. WordPress lässt sich nach meiner Meinung besser bedienen, gerade für den Anfänger, als Drupal.

Ich setze bei beiden Systemen voraus, dass sich der Anwender mit der Software auseinander setzt. Die Lernkurve bei Drupal ist aber schon etwas flacher. WordPress gewinnt hier für mich das Rennen eindeutig.

Die Community:

Drupal CMSWenn man eine Community aufbauen möchte ( wie Gutefrage.net ), die mehr als nur ein Forum beinhaltet, dann würde ich Drupal den Vorzug vor WordPress geben. Soll es nur ein Forum sein, dann würde ich allerdings auch wieder einen anderen Spezialisten nehmen und nicht Drupal.

Ich habe mehrere Communities mit Drupal entwickelt und bin der Meinung, das hier Drupal, mit seiner Flexibilität, WordPress voraus ist. Durch Plugins wie Views, kann man Drupal mit seiner Datenbank Ausgabe schon einiges an Individualität abverlangen.

Auch ohne PHP zu programmieren, kannst Du viel mit Drupal erreichen. Wenn Du Dich eingearbeitet hast und auch noch programmieren kannst, dann ist Drupal sicherlich ein sehr mächtiges Werkzeug.

Für Anfänger und Leihen, die sich nicht lange einarbeiten wollen, ist Drupal (7) meiner Meinung nach nicht gut geeignet. Diese Anwender sollten aber auch keine große Community planen, sondern lieber bei einem einfachen Forum bleiben. Diese kann man inzwischen auch Kinderleicht installieren lassen.

WordPress für eine Community Plattform sehe ich einfach nicht als Spezialisten an. Plugins sind zwar dafür genug vorhanden, aber sehr vertrauenswürdig und schnell sind die meisten nicht.

Die Firmenwebseite:

Für Webseiten von Firmen gibt es inzwischen bei beiden Systemen viele gute Beispiele. Vor ein paar Jahren hätte ich Drupal dort den Vorzug gegeben, aber durch die Verwandlung von WordPress vom Blogsystem hin zur eierlegenden Wollmilchsau, würde ich jetzt auch WordPress bevorzugen.  Im nachhinein eröffnen sich mit WordPress viel mehr Möglichkeiten gerade für Anfänger. Sicherlich muss man für eine Firmenwebseite auch bei WordPress etwas tiefer einsteigen, aber man bekommt inzwischen fast alles an Vorlagen zu preisen von 50$ bis 100$ gekauft.

Ein schöner WordPress Editor, wie der Content Builder von Thrive, lassen auch aufwendige Startseiten zum Kinderspiel werden.

Für Trainer und Coaches:

Da viele Besucher dieser Gruppe hier zugehören, möchte ich gleich auf die besonderen Anforderungen für das Marketing und die Präsentation von Personen eingehen. Vor 4 Jahren hätte ich auch hier noch Drupal genommen. Es ist aber nicht wegzureden, dass WordPress inzwischen seine ganzen Trümpfe in diesem Bereich ausspielt. Es gibt unzählige Anbieter von Plugins, welche einen bei der alltäglichen Arbeit im Marketing helfen und vor allem sehr leicht zu bedienen sind.

Warum soll ich als Coach das Internet erst neu erfinden und mir teure Plugins programmieren lassen, wenn ich diese für kleines Geld schon kaufen und nutzen kann?

Ein weiterer Vorteil für WordPress ist hier, das online Trainer gerne auch einen Blog im Anhang ihrer Webseite haben, um dort zum Beispiel kostenlosen Content zu produzieren. An dieser Stelle möchte ich noch nicht tiefer auf die einzelnen Möglichkeiten für den Coach oder Trainer eingehen, aber kann schon mal den Fokus für Dich auf WordPress lenken.

Fazit: Außer bei dem Thema einer speziellen Community würde ich WordPress hier aufgrund der größeren eigenen Community den Vorrang geben.

Die Benutzerfreundlichkeit

Wie schon erwähnt, ist die Lernkurve von Drupal 7 etwas langsamer. Man ist nach der leichten Installation noch weit entfernt von einer brauchbaren Webseite. Man muss erst noch einen Editor installieren und viele weiter Plugins, um eine richtige Webseite bauen zu können. Ich kann hier nur von Drupal 7 ausgehen, da ich Drupal 8 noch nicht getestet habe. Ich sage auch gleich warum ich mir das noch nicht angetan habe.

Wenn man einen Blog mit WordPress aufbauen möchte, dann ist der Rest schon nach ein paar Video Tutorials fast selbsterklärend. Du kannst praktisch gleich loslegen und im Editor schreiben. Die weiteren Erfahrungen können dann nach und nach dazugelernt werden. Ich möchte nicht sagen, dass WordPress für Anfänger in allen Einstellungen mit Plugins leicht ist, aber leichter als Drupal schon.

Updates der Hauptversionen und Plugins

Es fällt mir schwer hier ganz objektiv zu bleiben, aber es ist ja meine Meinung und auch mein Blog 🙂

Das Updaten der Hauptversion bei Drupal ist sehr kompliziert, gerade wenn man mehrere Plugins installiert hat. Die Programmierer der meisten Plugins nehmen es hier leider nicht so genau und haben ihre Software oft nicht angepasst und werden dieses teilweise auch nie machen, weil sie ausgestiegen sind. Der Wechsel von Drupal 6 auf 7 war für einige Webseiten bei mir so nicht möglich.

Das Updaten der Plugins in Drupal 7 ist zwar besser gelöst, aber es hat bei mir auch schon sehr oft geknallt und die Datenbank musste neu eingespielt werden. Hier können Anfänger praktisch schon das Handtuch werfen. Die Community von Drupal ist sehr viel kleiner als bei WordPress, so dass mit Hilfe nicht immer zu rechnen ist. Auf deutsche Hilfe brauchst Du dann schon gar nicht hoffen.

Ein Grund, warum ich von Drupal 8  die Finger lasse  ist, weil ich mich schon mit dem Umzug von Drupal 5 auf 6 und dann auf 7 nicht gut gefühlt habe. Wenn Drupal 8 dort wesentlich besser ist, dann werde ich darüber später berichten. Ich werde aber definitiv noch ein paar Monate mit einem Drupal 8 test warten aus meiner Erfahrung.

Das Fazit:

Ich glaube es ist schon klar geworden welches CMS-System für mich im Moment zurecht das bessere ist. Gerade Anfänger sollten die Finger von Drupal lassen. Und lasst am besten auch die Finger von Joomla als neuer Einzelkämpfer. Wenn Du ein Tüftler bist, dann teste einfach selber alle und nehme das, was Dir am besten gefällt.

Tüftler und Programmieren können mit Drupal übrigens eine sehr schöne Plattform erhalten und finden bestimmt viele Vorteile bei Drupal. Ich, als nicht PHP Programierer, sehe die Vorteile bei dem flexiblen Zugriff auf die Datenbank bei Drupal. Hier würde ich mir WordPress tatsächlich noch flexibler wünschen.

Ich glaube, dass wenn man ehrlich ist, für die meisten Anwender inzwischen WordPress besser geeignet ist. Normale, einfache Webseiten und Blogs lassen sich damit schnell umsetzen und punkten durch ein riesiges Angebot an Plugins aus der Community.

Die Auswahl an Templates für einen schicken Anstrich ist zwar auch bei Drupal gegeben, aber bei WordPress um ein vielfaches größer.

Die Hilfe aus der breiten Masse ist bei WordPress nicht zu unterschätzen. Du findest Programmierer und Layouter an jeder ecke. Wenn du also deine Webseite erweitern lassen willst oder Hilfe bei einem Problem hast, dann kann Dir bei WordPress einfach auch besser geholfen werden. Wenn Du eine Webseite in Auftrag gibst, dann würde ich Dir auch WordPress empfehlen. Gefällt Dir nach ein paar Jahren Dein Entwickler nicht und Du brachst ein Update Deiner Seite, dann findest Du andere Agenturen ohne lange zu suchen. Das spiegelt sich auch im Portemonnaie später positiv wieder.

Dieser kleine Einblick ist sehr subjektiver gewesen und spiegelt nur meine Erfahrungen wieder.

In diesem Sinne wünsche ich allen viel Spaß, bei welchen CMS-System auch immer.

Über den Autor Marco Kasischke

Ich war 15 Jahre als "Head of SEO" im Bereich Online Marketing angestellt und habe bereits mehrere eigene Projekte erfolgreich realisiert. Jetzt folge ich meiner Berufung als Selbständiger und unterstütze Firmen und Menschen dabei, ebenso bessere Ergebnisse im Internet zu erzielen. >> Wie kann ich Dir helfen?

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